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Das Wort zum Sonntag - Gedanken und Impulse zum Wochenende
Unser Land braucht Zusammenhalt

In dieser Woche war der Tag der Deutschen Einheit. Ein Tag, an dem in Reden die Einheit beschworen und der Auseinanderfall der Gesellschaft beklagt wird. Der Bundespräsident beschreibt die Einheit in Deutschland: „Deutsche Einheit ist doch jeden Tag – 365 Tage im Jahr und das seit 27 Jahren.“ Er sieht aber auch: „Es sind andere Mauern entstanden... Mauern zwischen unseren Lebenswelten: zwischen Stadt und Land, online und offline, arm und reich, alt und jung – Mauern, hinter denen der eine vom anderen kaum noch etwas mitbekommt.“ Ich denke, er hat da Recht: Es ist doch so, dass wir in unserer Gesellschaft und Politik sich gegenseitig ausschließende Standpunkte erleben. Dies wird dann schwierig, wenn sie destruktiv, d.h. zerstörerisch sind und nicht konstruktiv, d.h. aufbauend.

Wir müssen in unserem Land aufpassen, dass wir Menschen nicht zurücklassen, die sich vielleicht obendrein als Verlierer empfinden. Da haben wir alle eine gemeinsame Aufgabe. Damit können wir Flüchtlinge meinen, aber ebenso Deutsche, die sich an den gesellschaftlichen Rand gedrückt sehen und nichts mehr glauben können, was sie lesen oder hören. Gesellschaft aufbauend gehen wir die Probleme aber nur dann an, wenn wir wirklich im Herzen haben, dass wir es gemeinsam schaffen, Probleme zu bewältigen. So habe ich einige Politikerinnen verstanden. So haben wir als Kirche auch erlebt, dass es zerstörerisch falsch läuft, wenn jeder nur für sich Stricke zieht und nicht gemeinsam mit dem anderen.

Wir feiern am Sonntag, 8.10., um 11 Uhr in der Christuskirche in Schmallenberg beginnend gemeinsam das Reformationsjubiläum: evangelische und katholische Christen zusammen. Dies tun wir auch, weil wir schuldbewusst erkennen müssen, dass Kirchen im Laufe der Geschichte eben nicht gemeinsam an einen Strang gezogen haben. Die Gründe dafür waren vielschichtig, die Wirkung ist katastrophal, denn die Trennung der Kirchen verdunkelt die Botschaft Jesu. Gerade in der Missionsgeschichte haben Christen in ihrer Uneinigkeit bei der Verkündigung der Frohen Botschaft Zweifel mit gesät. Da haben wir Christen nun und jetzt einen Auftrag: gemeinsam Gottesdienst zu feiern, gemeinsam Glauben zu bezeugen, gemeinsam die Verpflichtungen zur Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft und in der Bewahrung der Schöpfung anzugehen. Darum ist das Reformationsjubiläum für uns auch eine Herausforderung, am Sonntag im Gottesdienst gemeinsam einen Neuanfang zu begehen.

Erik Richter, Pastor im Pastoralverbund Schmallenberg-Eslohe

 


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